Volles Tempo! Mehr Leistung Für Die Grafikkarte

Bei ersten längeren CPU-Tests zeigt das neue Macbook Pro Schwächen. Wir erklären die Hintergründe.

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Das neuen Macbook Pro scheint nicht ganz "vollgasfest" zu sein. © Apple

Was ist der Vorwurf

Anscheinend gerät das interne Kühlsystem des Macbook Pro bei langer CPU-Volllast schnell an seine Grenzen. So stellte der Youtuber Dave Le beim Rendering eines Videos mit Premiere Pro ein unerwartet schnelles Heruntertakten der CPU fest. Das ist Gift für die Performance: Mit einer Renderzeit von knapp 39 Minuten benötigte das neue Modell sogar vier Minuten länger als ein Macbook Pro i7 von 2017  – war also lahmer. Testweise stellte Lee das Macbook in einen Kühlschrank und führte den Benchmark erneut durch. Jetzt dauerte das Rendern nur noch 27 Minuten. Schuld sieht Lee im Kühlsystem des Macbook Pro. Ein ähnliches Ergebnis lieferte ein Rendering-Test von Zollotech mit der Komprimierung eines Videos in Final Cut: Auch hier benötigte das neue i9-Modell mit 15:17 Minuten länger als das Vorjahresmodell, das nur 13:50 Minuten benötigte. Nach ersten Tests ist auch das Modell mit i7-CPU von 2018 bei langen Renderzeiten wenig leistungsfähig, enttäuscht ist auch Notebookcheck von der Leistung in der App Cinebench 4D .

Ist das schlechte Testergebnis überhaupt relevant?

Das hängt von der Arbeitsweise ab. Verbringt man täglich viel Arbeitszeit mit dem Rendern von Projekten, ist das teure Macbook Pro möglicherweise nicht schneller als das Vormodell mit vier Kernen. Rendern ist vor allem in Video- und 3D-Anwendungen ein häufiger Vorgang, aber auch hier hängt es davon ab, ob die Software die CPU oder die Grafikkarte nutzt. Arbeitet man aber viel mit Premiere Pro, ist die Wahl der i9-CPU oder Wechsel zum aktuellen Modell zu überlegen. Mit Photoshop oder Lightroom scheint es dagegen keine Leistungsprobleme zu geben.

Kann ein Update Abhilfe bringen?

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Die Taktung der CPU wird per CPU kontrolliert, ein Update von Apple könnte hier mehr Leistung garantieren. Ein schneller anspringender Lüfter könnte aber manche Anwender stören. Erfolgversprechend könnte aber auch eine Optimierung von Programmen wie Premiere sein.

Ist das Macbook Pro doch nicht so schnell wie von Apple behauptet?

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Das ist so nicht korrekt. Die Leistungsminderung tritt nur bei langer CPU-Last und bestimmten Anwendungen auf. Bei kurzer CPU-Last ist die 6-Kern-CPU im Schnitt ja wie erwartet um 50 Prozent schneller. Bei den meisten Alltagsaufgaben wird die volle Leistung der CPU nur kurz benötigt, etwa für das Berechnen eines Filters oder Rendern einer Vorschau. In den Praxistests waren die Tester ja von den neuen Macbooks durchwegs begeistert. In den bisher in den Medien veröffentlichten Benchmarks und den von Apple vorgestellten Benchmark-Tests ist das Macbook Pro 2018 deshalb wie erwartet knapp 50 Prozent leistungsfähiger als das Vormodell. Auch beim Export eines Videos mit Compressor ist das neue Modell schneller.

Unbestritten ist das Macbook Pro außerdem in vielen anderen Bereichen schneller. Allein die Unterstützung von 32 GB RAM ist vermutlich für Anwendungen wie After Effects oder Motion weit wichtiger. Auch die neue Grafikkarte ist schneller als das Vormodell und Wechsel zu schnellerem DDR4-RAM soll ebenfalls eine Performanceschub bringen. Mit bis zu 4 TB Speicherplatz wird für manchen Nutzer außerdem eine externe Speicherlösung unnötig.

Warum wird das Macbook Pro in anderen Tests so gut bewertet?

Grundsätzlich sollte man Benchmark-Tests nicht isoliert betrachten – Sie messen ja im Prinzip immer nur, wie ein Gerät mit dem Benchmark-Programm klarkommt. Leider kann man dies nicht einfach mit möglichst vielen Benchmarks lösen. So hat Apple dutzende Benchmark-Ergebnisse zu den neuen Modellen veröffentlicht, die alle korrekt sind. Das Rendern eines langen Videos mit Premiere gehörte aber leider nicht dazu. So ist allerdings ein Performance-Test mit Adobe Premiere mit Vorsicht zu betrachten, da die Software nicht gut auf Mac-Rechner optimiert ist. So vermutet der Geekbench-Entwickler John Poole , dass bei Premiere zusätzlich die Grafikkarte genutzt wird - was die Abwärme zusätzlich steigert. Und bei einem Compiling-Test über mehr als 30 Minuten (mit einem i7-Modell von 2018) konnte Poole keinerlei Throttling feststellen! Das klingt wie ein Gegenbeispiel, allerdings muss man es mit Vorsicht betrachten, da Poole für seinen Test Xcode 8.2 verwendete. Dass hier kein Throttling auftrat könnte an der mangelnden Effizienz von Xcode liegen, da man mit Xcode bei Nutzung mehrere Prozessoren große Überraschungen erleben kann .

Ein Problem: Die meisten Tester wollen die Leistung alter und neuer Modelle vergleichen. In den letzten Jahren haben sich für die Leistungsmessung dazu bestimmte Benchmark-Tests durchgesetzt, Tools wie Geekbench, Cinema 4D oder Aktionen mit Final Cut Pro und Handbrake. Oft sind diese aber seit Jahren unverändert. Darum kommen auch oft kleinere Testdateien zum Einsatz – etwa ein einminütiges 4K-Video. Das Rendering eines 5K-Videos mit Premiere, der Test in Youtube wäre vor einigen Jahren noch gar nicht möglich gewesen. Hier stehen die Tester natürlich in der Pflicht, auch langwierige Spezial-Tests durchzuführen.

Was ist Thermal Throttling?

So gut wie alle Intel-CPUs können ihre Taktung variieren. Das ist eine große Stärke moderner CPUs, da der Stromverbrauch und die Abwärme dynamisch an die Systemlast angepasst werden. Eine 2,9-GHz-CPU taktet sich bei zu hoher Erwärmung dann beispielsweise auf 2,2 GHz herunter und verhindert so Überhitzung oder gar Hardwareschäden. Sie ist mit niedriger Taktung aber dann weniger leistungsfähig. Das Gegenteil ist der Turbo Boost: Eine CPU kann kurze Zeit mit sehr hoher Taktung laufen, die i9-CPU sogar bis zu 4,8 GHZ schnell  – Intel nennt dies „Thermal Velocity Boost“. Sichtbar machen kann man dies mit Tools wie Intel Power Gadget . Kritik am Auftreten von Thermal Throttling ist nicht neu, Beschwerden gab es auch schon über das Macbook Pro 2015 .

Die Taktung einer CPU ändert sich laufend, wie hier das Intel Power Gadget zeigt. >Vergrößern

Die Taktung einer CPU ändert sich laufend, wie hier das Intel Power Gadget zeigt.

Was ist Rendern?

Rendern ist die Erstellung einer Grafik aus Rohdaten, beim Videoschnitt der Export eines geschnittenen finalen Videos aus nach einer Bearbeitung. Bei 3D-Anwendungen wie Cinema 4D das Fertigstellen eines Rohdesigns, etwa einer finalen 3D-Grafik. Die Berechnung erfolgt bei einigen Anwendungen per Grafikkarte, je nach Format oder Anwendungen aber ausschließlich per CPU. Mit Cinema 4D gibt es eine kostenlose Testanwendung, die ein Rendern per CPU durchführt.

Kann man die Kühlung verbessern?

Im Youtube-Video stellt Dave Le das Macbook Pro in einen Kühlschrank, was die Leistung verbessert. Das ist natürlich nicht alltagstauglich. Man kann aber per Software die Lüfterdrehzahl erhöhen, etwa mit Macs Fan Conrol. Laut Lisa Gade steigert dies die Kühlung (Timecode 14:20) und somit auch die Leistung deutlich, sogar die Lautstärke soll nur begrenzt ansteigen. Verbringt man aber den ganzen Arbeitstag mit Rendering, ist vielleicht ein iMac Pro die bessere Wahl..

Kann eine eGPU helfen?

Zusammen mit den neuen Macbook Pro hat Apple auch eine externe GPU von Blackmagic vorgestellt. Diese kann zusätzlich die Leistung steigern, wenn das Arbeitsprogramm dies unterstützt.

Sind Apple-Programme wie Final Cut Pro auch betroffen?

Im Prinzip tritt dieses Heruntertakten auch bei hoher CPU-Last bei Final Cut Pro auf. Apple App ist aber weit besser auf das Macbook Pro optimiert als Premiere und geht sparsamer mit der Beanspruchung der CPU-Last um. Bei vielen Aktionen greifen Apple-Programme außerdem auf die Grafikkarte zurück, was die CPU ebenfalls entlastet  – etwa beim Export eines Videos als H.264 oder H.265-Datei. Hier wird die Messung aber sehr komplex, da man allein für Final Cut Pro verschiedene Arbeitsszenarien prüfen müsste. Als Nutzer von Final Cut Pro sollte man aber ohne Bedenken zugreifen können.

Welches Modell soll ich wählen?

Zur Wahl stehen drei CPU-Varianten, zwei i7 und eine i9-CPU. Die teure i9-CPU macht angesichts der ersten Testergebnisse aber einen eher enttäuschenden Eindruck. Bei knappem Budget investiert man vielleicht besser in mehr RAM und eine größere SSD.

Warum sind Windows-Notebooks schneller?

Es gibt Windows-Notebooks mit gleicher CPU, die höhere Leistung beim Rendern bieten. Beim Test von Dave Le wurde der gleiche Test mit einem Gaming-Notebook durchgeführt, dem Aero 15X mit gleicher CPU. Bei diesem Modell trat das so genannte Thermal Throttling sogar gar nicht auf. Dabei handelt es sich aber um sehr schwere und laute Notebooks, die sich vor allem an Gamer richten.

Ist das Macbook 13-Zoll auch betroffen?

Laut ersten Testergebnissen ist leider auch die CPU der neuen Macbook Por 13-Zoll betroffen. Auch bei diesen Modellen soll sich die Leistung bei langer CPU-Last auffällig schnell reduzieren.

Wer ist schuld?

Nach unserer Meinung liegt das Problem weniger bei Apple als bei Intel. Offensichtlich sind die neuen CPUs von Intel zwar schneller und leistungsfähiger als die Vormodelle, neigen aber zu schnellem Heruntertakten. Will Apple aber weiter schlanke und leise Notebooks verkaufen, bleiben da wenig Optionen.

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Source :>https://www.macwelt.de/a/macbook-pro-thermalgate-alle-fragen-und-antworten-zum-hitzeproblem,3439376<

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