Startup Des Android Erfinders: Das Essential Phone Bekommt Ab Sofort Android 8.1 Oreo

Das OnePlus 6 ist vorgestellt und bereits seit dem Launch am 16. Mai vorbestellbar. Die ersten Nutzer werden es also bald in den Händen halten können. Wer die Vorstellung und die technischen Spezifikationen bisher nicht mitbekommen hat, der sei noch einmal von mir kurz, vor meinem ersten Eindruck der letzten Tage, ins Boot geholt.

Das OnePlus 6 ist das neue Smartphone von OnePlus. Die wiederum sind Teil des großen BBK-Konzerns aus China, die noch die Marken Vivo und Oppo innehaben. OnePlus gilt auch als ein über die Grenzen Chinas erfolgreiches Unternehmen, da man den Smartphone-Markt durchaus durchschütteln konnte. Woran dies liegt? Clevere PR und in der Vergangenheit bot man viel Smartphone für wenig Geld an.

Das ist mittlerweile anders. Von Generation zu Generation wurden die Geräte teurer, sind aber, wenn man blanke Spezifikationen betrachten will, günstiger als der Wettbewerb (LG, Huawei oder auch Samsung). Des Weiteren weiss man eine große Community hinter sich, es gibt offene Betas und Austausch in den Foren.

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Logo, auch bei OnePlus ist nicht alles Gold was glänzt, aber grob betrachtet muss man sagen: Die machen schon vieles richtig. Mittlerweile ist man auch im Ausland stark, hat in Deutschland zwar keine Telkos wie Vodafone, Telekom oder Telefonica als Partner, ist aber immerhin direkt zum Start bei Amazon.de zu haben. Ich mein – gibt es einen besseren Distributionsweg ausserhalb der Telkos?

Die nackten Zahlen zum OnePlus 6:

Betriebssystem Android 8.1 Oreo (Oxygen OS)
Konnektivität NFC, Bluetooth 5.0, WLAN 802.11 ac, USB-C (USB 2.0!), Dual-SIM (beide 4G – 4x4MIMO, Gigabit-LTE), 3,5mm Klinkenanschluss
Display 6,28 AMOLED, 2.280 x 1.080, 19:9, sRGB / DCI-P3
Prozessor Qualcomm Snapdragon 845 / Adreno 630 GPU
Arbeitsspeicher 6 GB / 8 GB
Speicher 64 GB / 128 GB /256 GB UFS 2.1 2-Lane
Größe  155,7 * 75,4 * 7,75 mm
Gewicht  177 Gramm
Akku 3.300 mAh, Fast Charger 5V & 4A
Kamera Rear 16 + 20 MP f/1.7, OIS, EIS, 4K Video mit 60fps, 480fps Slo-Mo, Sony IMX 519, Dual LED Flash, 1,0 µm
Kamera Front 16 MP, Sony IMX 371, 1,0 µm Pixelgröße
Sonstiges

Das sind die Preise für die einzelnen Ausgaben des OnePlus 6:

Device

USD

EUR

GBP

Mirror Black 6+64GB

529

519

469

Mirror Black 8+128 GB

579

569

519

Midnight Black 8+128 GB

579

569

519

Midnight Black 8+256 GB

629

619

569

Silk White 8+128 GB

579

569

519

Folgendes ist im Standard-Lieferumfang:

OnePlus 6, Sim-Auswurf-Tool, Kunststoffhülle, Schutzfolie (bereits aufgebracht), Fast-Charger, USB-C-Kabel und Garantiekarte.

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Ihr seht: Man bekommt tatsächlich viel Technik für eine sich durchaus noch im guten Rahmen bewegende Summe. Allerdings gebe ich da auch immer zu bedenken, dass ihr euch selber hinterfragen müsst bei einem Neukauf. Nutzt ihr die Technik aus? Wollt ihr das alles so genau haben? Weil: Es gibt heute durchaus schon im Bereich 300 bis 400 Euro sehr gute Smartphones, mit denen man das meiste der gestellten Smartphone-Aufgaben erledigen kann. Nutzer erliegen oft dem Irrglauben, dass sie alles wirklich benötigen, was ihnen die Hersteller da so erzählen.

So ein Testbericht hat natürlich auch immer einen Haufen subjektiver Meinung und die will ich hier im Blog auch niemals verstecken. Manche Dinge seht ihr vielleicht komplett anders und das ist auch gut so, schließlich werden sich unsere Einsatzgebiete auch mal voneinander weg bewegen. Während ihr vielleicht viel spielt, mache ich das nur gelegentlich, stattdessen mache ich halt mehr adminstrativen Kram im Netzwerk mit so einem Smartphone, des Weiteren ist mir die Kamera äußerst wichtig, sodass ich alleine für eine gute Cam-Lösung mehr Geld bezahlen würde.

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Wobei man sicherlich festhalten darf, dass die meisten Flaggschiffe heute schon sehr dicht aufeinander liegen, klassisch kann man sicher 90 Prozent der üblichen Fotografie mit allen guten Smartphones erledigen, doch die letzten 10 Prozent macht ihr und euer Auge. Für mich immer noch ganz weit vorne: iPhone X, Huawei P20, Samsung Galaxy S9+ und nicht überraschend das Pixel 2 XL, letzteres trotz fehlender Dual-Cam eine fantastische Lösung, aus der ich die höchste Ausbeute an tollen Fotos zerre.

Doch genug des Ausschweifens – kommen wir zum OnePlus 6.

Verarbeitung und Optik des OnePlus 6

Ich habe das Gerät mit 8 GB RAM und 128 GB Speicher bekommen. Es handelt sich hierbei um die Ausführung Mirror Black. Der Name verrät bereits: Es ist durchaus anfällig für Fingerabdrücke und es spiegelt – und dies nicht nur wenig. Interessiert vielleicht die nicht, die eine Hülle nutzen. An dieser Stelle Lob an OnePlus: Die Auswahl und Verfügbarkeit an Original-Hüllen ist super. Optisch schöner finde ich die matte Ausführung oder Silk White, die Sonder-Ausgabe, die etwas später erscheint.

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Trotz seiner Größe liegt das OnePlus 6 gut in meinen Händen und lässt sich gut bedienen. Der Alert Slider ist auf die rechte Seite gerutscht , falls man mal das Smartphone schnell leise schalten will. Zum Entsperren gibt es mehrere Möglichkeiten, beispielsweise durch den schnell reagierenden Fingerprint-Reader auf der Rückseite oder durch Face Unlock sowie die üblichen Smart Lock-Lösungen und eure Stimme via OK Google. OnePlus hat viel Display in das OnePlus 6 bekommen, die Ränder sind angenehm schmal, Dinge wie die mittige Aussparung für die Kamera, Sensoren sowie die Hörmuschel stören mich nicht.

Alles in allem ist die Verarbeitung sehr gut, aber was anderes darf man auch schon nicht mehr erwarten in diesen Gefilden. Daumen hoch, fühlt sich gut an.

Leistung im System des OnePlus 6

Hat man das Gerät entsperrt, so blickt man auf den OnePlus Launcher über dem Android 8.1 Oreo. Bedienen kann man das System auf zweierlei Weise, einmal klassisch über die virtuellen Navigations-Buttons oder über OnePlus-eigene Gesten.

Die funktionieren etwas anders als die vorgestellten aus Android P und je nach eingesetztem Launcher reagieren diese mehr oder weniger gut. Mit dem Standard Launcher ist das Ganze schon klasse, mit dem von mit eingesetzten Pixel Launcher sieht das anders aus. Bin gespannt wie das aussieht, wenn Android P erscheint, da sind die Gesten bisher leicht anders, obwohl die auch noch bis zum Release anders werden sollen. Dennoch: Ich habe auf Gesten umgestellt und mich daran gewöhnt, allerdings gibt es dann eben auch keine klassische Home-Taste, über die ihr den Assistant von Google aufrufen könnt. Müsst ihr anders lösen.

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Das System als solches arbeitete im täglichen Betrieb sehr flott und mit OxygenOS auf Basis Android 8.1 bekommt man ja recht aktuelle Kost geboten – und sicherlich wird es auch da bald Betas für die Mutigen geben, sei es OxygenOS oder direkt Android P als Beta. OnePlus verzichtet auf Bloat, gibt dem Nutzer ein fast blankes Android-System an die Hand. Alleine dafür muss man den Jungs schon auf die Schulter klopfen, denn bei manchen Sachen, die Hersteller auf ihr Smartphone hauen, muss man sich schon an den Kopf fassen. Keine Lags, keine Wartezeiten, kein Bloat – einfach ein schnelles Android-System, so wie ich es als Nutzer erwarten möchte. Da liegt man in Sachen Software fast direkt hinter Pixel, Android One und gleichauf mit Nokia. Das ist top!

Display des OnePlus 6

Das Display des OnePlus 6 löst mit 2.280 x 1.080 Pixeln (420dpi) auf, man bietet hier den Farbraum sRGB und DCI-P3. Je nach verwendeten Grafiken sieht man dies direkt als Unterschied. Da man allerdings kaum professionelle Bildbearbeitung machen will, ist das eher auch so Geschmacksache. Justieren kann man das Ganze auch noch adaptiv oder benutzerdefiniert kalt / warm. Ich denke mal mit dem Display sollte man in Sachen der Farbdarstellung schon glücklich werden, wirkt auf jeden Fall direkt ab Start schon einmal eine Ecke besser als das Display des Pixel 2 XL damals.

Generell kann man viel in Sachen Display anstellen. Der übliche Nachtmodus, Weiterlesen-Funktion für definierbare Apps, deaktivierbares Notch-Display und die Darstellung von Apps im Vollbildmodus. Des Weiteren gibt es ein Inaktivitätsdisplay, welches Nachrichten und die Uhrzeit anzeigen kann, auch lässt sich das Display bei eingehenden Benachrichtigungen kurz aktivieren. Übrigens zum Thema Benachrichtigungen: LED-Benachrichtigungen lassen sich für diverse Dinge farblich unterschiedlich anpassen. Doch, insgesamt ist das Display wirklich gefällig, Daumen hoch.

Der Akku des OnePlus 6

Ganz verlässliche Aussagen werdet ihr nicht bekommen, ich kann euch nur meine Erkenntnis anhand meines Nutzungsszenarios erklären. Ihr könnt so einen Akku in ein paar Stunden kleinbekommen, ihr könnt aber auch zwei Tage mit 3.300 mAh hinkommen. Das Akkuerlebnis anhand meines normalen Berufslebens zu bewerten wäre fatal – denn ich kann ja in meinem Büro jederzeit an die Steckdose gehen. Entscheidend ist auf dem Platz, das bedeutet: wenn ich meine Bude verlasse, dann möchte ich möglichst lange mit dem Akku haushalten können, ohne irgendwelchen Zusatz-Akkus anzuschließen.

Eine genaue Angabe meiner Nutzungszeit ist schier unmöglich, da so unfassbar viele Szenarien wie WLAN oder mobiler Netzzugang, Signalstärke, automatische Displayhelligkeit, Außenbedingungen, Art der Anwendung und ähnliches mit in die Laufzeit des Akkus fallen. Ich kann euch einfach nicht sagen: „Ich habe das Smartphone aufgedreht und x Stunden Video geschaut“. Das hilft keinem wirklich.

Ich habe in der ersten Zeit natürlich extrem viel mit dem Gerät gemacht, da komme ich aber auch einen Tag hin. Normale Nutzer kommen gut damit durch den Tag und die Nacht, wer noch spielt und extrem viel am Handy sitzt, der lädt lieber nach und hat einen Akkupack. Ist ja schnell gemacht mit dem mitgeliefertem Fast Charger.

Als kleines Beispiel: Ich startete bei 27 Prozent um 12:36 Uhr. Mit diesem Akkuzustand geht man normalerweise nicht aus dem Haus. Ich habe das OnePlus 6 an den mitgelieferten Charger angeschlossen und hatte bereits um 13:oo Uhr 70 Prozent des Akkus wieder voll. Das ist mehr als anständig.

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Dennoch, falls es euch hilft: Ich habe einen synthetischen Benchmark durchlaufen lassen. Eine SIM-Karte drin, Display fest auf 50%, alle Benachrichtigungen an und den PC Mark durchrappeln lassen. Der testet diverse Anwendungsszenarien, bis der Akku von 100% auf 20% runter ist. Hat beim OnePlus 6  insgesamt 7 Stunden und 23 Minuten gedauert. Das sind  keine dramatisch schlechten Werte. Ihr müsst euch mit der Kiste über den Tag wahrscheinlich einfach recht wenig Gedanken machen, wenn ihr unterwegs seid. Der Akku hält ordentlich und wenn ihr Saft braucht, reicht manchmal schon ein halbes Stündchen an der Steckdose, um wieder Saft für etliche Nutzungsstunden zu bekommen. Dennoch gibt es natürlich Geräte mit einem Mehr an Akku und Laufzeit.

OnePlus 6 Leistung

Das OnePlus 6 regierte bei allen getesteten Spielen wie gewünscht, ich hatte keine rapiden Lags oder andere Schwierigkeiten. Nach einiger Zeit anspruchsvoller Spiele gibt es natürlich Wärmenetwicklung, die war aber weit entfernt von „heiß“. Sicherlich muss ich nicht erwähnen, dass klassische Apps wie Instagram, Twitter, Facebook und Co. ebenfalls keine Probleme machten. Das ist Pflichtprogramm, Spiele und andere leistungshungrige Apps sind die Kür. Und eben jene meistert das OnePlus 6 mit seinem Snapdragon 845 und der Adreno 630 GPU. Alles andere wäre auch schlimm. Für Freunde des nackten Antutu-Benchmarks habe ich mal eine Grafik angehangen, wobei zu hoffen ist, dass nicht geschummelt wurde:

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OnePlus 6 Kamera

Die Hauptkamera. Auf dem Papier eine runde Sache. OnePlus stand in der Kritik, dass die eingesetzten Lösungen bisher nicht wirklich ganz Champions League waren, wobei man fairerweise sagen muss, dass viel auch über die Software geregelt wird, wie Google eindrucksvoll beweist. Und wie ist die Kamera des OnePlus 6 nun?

Ich bin etwas enttäuscht, wenn es um das Fotografieren von Personen aus der Nähe bei fixem Hintergrund geht. Ganz schlimme Ergebnisse teilweise. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass ich schon weiss, wie man einige gelungene Fotos schießen kann – und bei der Personenfotografie war echt der Wurm drin. Die Farben wirkten etwas kraftlos, teilweise wurden bei Portraits Stellen falsch erkannt oder dermaßen verschärft, dass es eine wahre Wonne war. Ich zeige euch einfach mal ein paar komprimierte Beispiele.

Google Pixel 2 XL, normaler Modus, unbearbeitet:

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Leicht angepasst via Google Fotos:

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Beim OnePlus 6 sahen alle Fotos im Stirnbereich matschig aus, die Haut komplett komisch. Ich mein – ich stand ja nun direkt neben meiner Frau und muss sagen, so sieht sie nun nicht aus. Kurioserweise konnte ich das auch nicht immer nachstellen, mal sahen die Fotos ok mit Licht aus, mal nicht.

OnePlus 6 unbearbeitet. Im echten Leben war meine Frau auf der Stirn normal, das OnePlus 6 rieb sie mit einer Speckschwarte ein.

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OnePlus 6, leichter Filter:

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Das Schlimmste waren für mich die falsch dargestellten Gesichtsregionen, im konkreten Falle die Stirn, die komplett falsch dargestellt wurde.

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Und Portraits mit Bokehmodus. Tja. Da muss man wohl iPhone X und Google Pixel XL auf die Schulter klopfen, denn hier machen viele Hersteller schlapp. Beim OnePlus 6 ist das schon gut, aber mit Luft nach oben. Manche gelingen, manche weniger. Kommt immer auf den Hintergrund an. Müsst ihr mal schauen, sind ein paar Bilder im weiter unten verlinkten Album drin.

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Vom weiten ok, doch im Detail:

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Hier noch einmal eins, vormittags indoor im Portraitmodus geschossen. Sieht aus wie mit einer Kartoffel-Kamera im Dunkeln. Rauscht, sieht saft- und kraftlos aus.

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Personen fotografieren bei natürlicher Belichtung? Da ist meiner Meinung nach noch etwas Luft nach oben. Und hierbei sollte man bedenken: Der zweite Sensor auf der Rückseite ist ausschließlich für den Portrait-Kram zuständig. Hier hätte man sich bei OnePlus überlegen können, ob man vielleicht dieses Gimmick weg lässt und dieses über die Software regelt – oder ob man der Kamera über den zweiten Sensor eine weitere Funktion mitgibt.

Und die normalen Fotos, die ungefähr 95 Prozent der Leute schießen? Also aus dem Handgelenk?

Auch hier muss ich sagen, dass es sowohl Licht als auch Schatten gab. Ich war unzählige Zeit und Fotos unterwegs und konnte Vergleiche mit Pixel 2, iPhone X, Huawei P20 und Samsung Galaxy S9 anstellen. Subjektiv würde ich sagen, dass sie alle die Nase vor dem OnePlus 6 haben. Das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau, schaut man sich die Startpreise der genannten Mitbewerber an. Doch ich möchte es erwähnt wissen. Auf mich machten die Fotos nun keinen absolut schlechten Eindruck, so ist es nun nicht, aber manchmal hätte ich mir mehr Dynamik gewünscht.

Ein Album unkomprimierter Bilder liegt hier. Das Album beinhaltet sowohl Indoor-Fotos ohne großartiges künstliches Licht, dazu Outdoor-Fotos bei leicht bedecktem Himmel, aber tagsüber – und eben einen Sonnentag, den mittlerweile die meisten Kameras meistern dürften.

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Doch kommen wir doch ausnahmsweise zu den Selfies.

Smartphones dieser Preisklasse sind normalerweise auch im Bereich der Selfies toll. Ich selber mag es natürlich, mag keine Weichzeichner, denn jedes Gesicht, egal in welchem Zustand, ist irgendwie schön oder ausdrucksstark. Ich fotografiere ab und an mal auch Menschen, mache sicher auch das eine oder anderen Mal Selfies (oder sage anderen, sie sollen für Portraits doch einmal die Front-Kamera selber ausprobieren).

Ob Huawei 20 Pro, iPhone X oder Pixel 2 – alle geben ein gutes Bild ab, selbst Smartphone der günstigeren Generation. So aus dem letzten halben Jahr betrachtet – das Pixel 2 (natürlich auch XL) ist wirklich ein gutes Ding, tolle Allround-Kamera, mit besonderen Stärken im Bereich der Profilfotos. Wobei man festhalten muss: Hintergrund und Licht machen viel aus, da nützt die beste Kamera auch nichts.

Ich hab mal ein paar flotte Vergleiche gemacht und dabei mal iPhone X, Pixel 2 und OnePlus 6 zur Hand genommen. Nix professionelles. Dumm in die Frontkamera schauen und abdrücken. Im besten Fall ist das Rohmaterial schon zeigefähig, alternativ empfehle ich immer Snapseed, VSCO oder auch Google Fotos oder im Falle des iPhone die App Fotos für leichte Anpassungen (ohne Glattziehen, nur farblich). Solche Fotos sollte man auch mit dem Vorgänger-OnePlus hinbekommen, der selbe Sensor ist verbaut.

Unten mal ein paar Vergleiche für euch.

Beim OnePlus 6 hatte ich immer das Gefühl als löse die Front-Kamera langsam aus. Das merke ich immer daran, weil ich immer locker 20 – 30 Fotos mit verschiedenen Gesichtern mache. Lieber mehr Fotos machen und hinterher aussieben ist das Motto. Bei der Kamera des OnePlus 6 merkte ich dann doch, dass einige Bilder unscharf sind, da ich zu schnell das Gesicht wechselte und das Smartphone anders hielt.

Ich fange mal gleich mit dem Testgegenstand an, dem OnePlus 6. Persönlich gefiel mir das Farbenbild der Frontkamera. Das war schon sehr natürlich. Hier einmal ein paar Fotos, für das Blog komprimiert und verkleinert, aber ansonsten unbearbeitet:

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Und wenn man dann ein wenig mit mit Google Fotos beschneidet und leicht einen Filter drauflegt, dann kann man doch recht nette Fotos damit machen:

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Kommen wir nun zum iPhone X. Das besitzt diverse Modi in Sachen Portrait mit unterschiedlichen Software-Belichtungen. Ich habe es beim Standard belassen. Bei Einsatz einer Fotolampe nimmt das iPhone X sehr viel Licht auf. Für normale Selfies toll, bei nicht regelbaren Lampen eher nicht so. Das sieht man schon am Hintergrund, der besonders hell zu sehen ist:

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Natürlich kann man auch da noch etwas Hand anlegen, wie immer ohne Weichzeichner oder Portraitverbesserungen. Dennoch mag ich für Selfies, die als Portrait dienen sollen, das iPhone X nicht so sehr wie ein Pixel.

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Kommen wir nun zum Google Pixel 2 XL, welches ich sehr gerne für Portraits nutze, die mit der Selfie-Cam aufgenommen werden sollen. Theoretisch macht man halt mit jeder Kamera gute Selfies, beim Pixel 2 XL habe ich immer das Gefühl, die wenigsten Anläufe zu gebrauchen.

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Auf die Schnelle geschossen (das möchte ich bei allen Kameras noch einmal anmerken):

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Letzter in der Runde: Das Huawei P20 Pro. Dieses kommt ebenfalls mit vielen Funktionen für Selfies daher, ich benutzte diese aber nicht. Standard-Foto ohne Schnick Schnack. Da muss man immer aufpassen, viele Hersteller bauen immer etwas Weichzeichner mit rein, Huawei und Honor – und OnePlus gaaaaanz minimal meiner Meinung, aber noch im Rahmen. Das Huawei P20 Pro nimmt ebenfalls viel Licht auf und lässt mich recht blass wirken, was angesichts zweier Fotolampen wohl sein kann 😉

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Im Einzel kann dann so etwas dabei herauskommen:

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Subjektiv: Aus der Situation mit dunklem Hintergrund und halbwegs ausreichender Belichtung ist weiterhin das Pixel mein Favorit, was aber auch an der Software von Google liegt, nicht an der Optik. Das beschrieb ich aber schon einmal in einem Beitrag zu Portraits. Da bleibt zu hoffen, dass bald eine gemoddete APK der Google Kamera-App verfügbar sein wird, die mit dem OnePlus 6 läuft, denn dann kann man noch mehr aus der Selfie-Kamera holen – auch bei Standard-Portraits, die einen Bokeh-Filter haben. Der ist momentan noch nicht dabei, wird aber beim OnePlus noch kommen. Bin gespannt, denn ehrlich gesagt habe ich es nicht erwartet, dass die Front-Cam doch so gut abschneidet und aus einem Radiogesicht noch ordentliche Fotos rausholen kann. Dafür gibt es den Daumen auf jeden Fall nach oben!

OnePlus 6 Sonstiges

Die Lautsprecher: Mono. Ausreichend laut sind sie, doch warmen Sound wird man da kaum rausbekommen. Höhen sind ok, ist allerdings Mittelmaß. Ist die Frage, wer die zur Beschallung nimmt. Für Filme, Musik und Spiele ok, wenn man das Smartphone vor der Linse hat, wer mehr will, sollte zu Kopfhörer oder Bluetooth-Lautsprecher greifen. Dennoch: Wenn man ein Flaggschiff ist, warum nicht mit Stereo-Lautsprechern? Und falls zwingend Mono: Warum nicht ein besserer?

Telefonie: Ich wurde einwandfrei verstanden und konnte mein Gegenüber verstehen. Getestet im Netz von Vodafone.

Konnektivität: Keinerlei Probleme, die mir während des Tests im Bereich WLAN oder Bluetooth unter die Finger hätten kommen können

Fingerabdruckleser und Face Unlock: Funktioniert beides wie beschrieben. Der Fingerabdruckleser ist flott, ich musste mich aber erst einmal eine Weile an die Lage und Größe gewöhnen und tappte oft daneben, sodass mein Finger nicht erkannt wurde.

OnePlus 6: Ein Fazit

Machen wir uns nichts vor: Der Anschaffungspreis geht immer noch total in Ordnung, wenn man die reinen Spezifikationen mit dem Wettbewerb vergleicht. Der hat seine Geräte allerdings schon auf dem Markt, was mittlerweile zu Preisverfall führte – somit gibt es auch schon Alternativen günstiger, wenn man nicht eh in der Klasse 299 -399 Euro herumschaut, denn auch da gibt es interessante Geräte, die sich lohnen können. Hängt natürlich von den eigenen Ansprüchen ab und der Frage, ob ihr der Typ „Vertragsverlängerungs-Smartphone“ seid oder nicht. Wer über den Vertrag sein Smartphone bekommt, schaut ja oft nicht so auf den Preis, da er nicht sofort einmalig zu bezahlen ist.

Aus Techie-Sicht mag ich OnePlus. Große Community, viele Möglichkeiten, dass Gerät zu modden, relativ viele Betas und halbwegs rasche Updates der aktuellen Geräte. Das allerdings wird den Markt wohl eher weniger interessieren.

In meinem Test machte das OnePlus fast alles, was ich so wollte. Fasst sich gut an, ist wertig verbaut, für die Software gibt es mehr Daumen nach oben als für Samsung, Huawei, LG und wie sie alle heißen. Des Weiteren verzichtet man auf aus meiner Sicht alberne Geschichten. Kein AI-Blabla, dedizierte Assistant-Tasten oder irgendwelche Edge-Drück-Dinger, um Apps auszuführen.

Was ich allerdings schade fand, dass waren die Ergebnisse der Haupt-Kamera zum Zeitpunkt meines Tests. Sie ist besser als im OnePlus 5T und macht ordentliche Fotos bei guter Belichtung. HDR und Low-Light ist nicht Champions League, aber das erwähnte ich ja schon.

Unterm Strich steht für mich: Ihr bekommt mit dem OnePlus 6 ein sehr starkes Gerät zu einem konkurrenzfähigem Preis. Und das Ganze mittlerweile nicht nur über den Shop von OnePlus, sondern eben auch bequem bei Amazon. Vorher lag die Hürde höher, was Menschen abschreckte. Diese Hürde besteht nicht mehr. Ich kann das OnePlus 6 daher keinem abschlagen, der sich dafür interessiert.

Source :>https://stadt-bremerhaven.de/oneplus-6-testbericht-ist-der-hype-gerechtfertigt/<

OnePlus 6 Testbericht: Ist der Hype gerechtfertigt?