OnePlus 6 Ausprobiert: Neues Design, Mehr Speicher Und Android P

Neues Design, mehr Speicher und Android P für knapp 500 Euro - das neue OnePlus 6 hat wieder einiges zu bieten. Auf eine lang ersehnte Neuerung müssen Fans aber verzichten. Das sind unsere ersten Hands-On-Eindrücke.

Netzwelt hatte bereits im Vorfeld des Launches Gelegenheit, einige Zeit mit dem OnePlus 6 zu verbringen. Nachfolgend schildern wir euch unsere ersten Eindrücke vom Gerät und verraten euch, welche Neuerungen das OnePlus 6 bietet.

Der vollständige Testbericht zum OnePlus 6 folgt hingegen erst in den nächsten Tagen. Aktuell schraubt OnePlus nämlich noch kräftig an der Firmware des Smartphones, sodass sich Eigenschaften wie Bildqualität der Kamera oder die Performance des Systems noch nicht abschließend beurteilen lassen.

Design und Verarbeitung

Im Herbst 2017 nahm OnePlus eine größere Überarbeitung bei seinem Top-Smartphone vor. Der Fingerabdrucksensor wurde beim OnePlus 5T auf die Rückseite verbannt, er musste Platz für ein nahezu randloses Display mit einem Seitenverhältnis von 18:9 machen. Wer dachte, dass der chinesische Hersteller dieses Design für das 2018er Modell beibehält, irrt. Das OnePlus 6 bietet zwar ebenfalls ein randloses Display und der Fingerabdrucksensor befindet sich weiterhin auf der Rückseite, doch damit erschöpfen sich auch schon die Gemeinsamkeiten der beiden Smartphones.

Der Bildschirm des OnePlus 6 weist nämlich ein Seitenverhältnis von 19:9 auf, das Smartphone ist also vereinfacht gesagt noch etwas stärker gestreckt als sein Vorgänger. Zusätzlich hat OnePlus die Frontkamera, den Ohrmuschellautsprecher und Näherungssensor neu angeordnet. Sie befinden sich jetzt mittig des Bildschirms in einer Einkerbung. Dieses im Englischen als "Notch" bezeichnete Designelement kennt ihr bereits vom iPhone X. Es sorgt dafür, dass ihr mehr Bildschirmfläche zu Verfügung habt.

So bietet das OnePlus 6 einen 6,28 Zoll großen Bildschirm, der knapp 84 Prozent der Front bedeckt. Zum Vergleich: Das OnePlus 5T weist nur einen 6-Zoll-Screen auf, der knapp 80 Prozent der Front ausmacht. Die Abmessungen der beiden Smartphones sind dabei wohlgemerkt nahezu identisch. Bereits im Vorfeld des Launch-Events hatte OnePlus-Gründer Carl Pei mit einem Tweet angekündigt, dass das Smartphone eine "Notch" aufweisen wird. Seitdem diskutiert die Fangemeinde über das Designelement.

Während es die einen lieben, hassen es die anderen. OnePlus hat auf die Kontroverse bereits reagiert und ein Software-Update angekündigt. Mit diesem soll sich der Bereich, um die Einkerbung schwarz färben lassen, sodass die "Notch" im Betrieb verschwindet. Das kennen wir bereits vom Huawei P20 (Pro).

Uns persönlich gefällt der große Bildschirm des OnePlus 6 sehr gut, leider sind aber noch wenige Apps auf die Verwendung der Notch optimiert, dass dürfte sich aber mit dem kommenden Android P ändern. Beeindruckend fanden wir beim ersten Kontakt mit dem Smartphone, wie kompakt OnePlus den 6,3-Zoll-Bildschirm verbaut hat. Noch vor ein paar Jahren waren Handys mit einer solchen Bilddiagonale ein halbes Tablet. Das OnePlus 6 fühlt sich in der Hand dagegen nicht anders an als das 5,5 Zoll große OnePlus 3.

Auch abseits des Displays gibt es massive Änderungen. So ist nur noch der Rahmen des Gehäuses aus Metall gefertigt. Front- und Rückseite des OnePlus 6 bestehen aus Glas, genauer gesagt aus dem robusten Corning Gorilla Glas 5. OnePlus folgt damit einem aktuellen Trend in der Branche. Immer mehr Hersteller setzen auf Glas statt Metall als Werkstoff. Das hat nicht nur Designgründe. Aktuelle Smartphones weisen ein weitaus aufwendigeres Antennendesign auf, als frühere Modelle. Glas schirmt anders als Metall nicht das Mobilfunksignal ab. So erreicht das OnePlus 6 im Download laut Hersteller eine Geschwindigkeit von bis zu 1 Gigabit pro Sekunde. Ein Mobilfunknetz, in dem sich diese Geschwindigkeit ausnutzen lässt, fehlt in Deutschland bislang. Maximal erreicht ihr hierzulande unterwegs Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 500 Megabit pro Sekunde.

Auf die Integration von Wireless Charging, was bei der Verwendung eines Glascovers möglich wäre, verzichtet OnePlus dagegen. Top-Manager Pete Lau hatte dies bereits im November 2017 in einem Blogpost angedeutet. Aktuell sieht OnePlus für den Nutzer keinen Vorteil bei Wireless Charging. Die Technik ist langsamer als das kabelgebundene Laden, erfordert zusätzliche Hardware und funktioniert nur über eine begrenzte Reichweite.

Das OnePlus 6 ist übrigens nicht das erste Smartphone des Herstellers mit Glascover. 2015 veröffentlichte das Unternehmen mit dem OnePlus X bereits ein Glas-Smartphone. Damals bemängelten wir im Test, dass das Gerät enorm schnell aus der Hand rutscht oder vom Tisch gleitet. Dieses Manko hat das OnePlus 6 drei Jahre später nicht mehr. Das Gerät ruht dank der gewölbten Rückseite sicher in der Hand und die hervorstehende Kamera auf der Rückseite hält das Smartphone auf glatten Tischoberflächen fest. Auch ein weiteres Manko von Smartphones mit Glasrückseite ist beim OnePlus 6 nicht so stark ausgeprägt. Dem ersten Eindruck nach sind Fingerabdrücke auf dem Gerät nicht so schnell zu sehen, wie bei anderen Smartphones.

Das Gehäuse des OnePlus 6 soll laut Hersteller wasserabweisend sein. Eine IP67- oder IP68-Zertifizierung besitzt das Smartphone anders als die meisten Konkurrenten aber weiterhin nicht. Dabei hatte ein Facebook-Post des Herstellers die Hoffnung der Fans auf dieses Feature zuletzt genährt.

Erhältlich ist das Smartphone zum Marktstart in "Mirror Black" und "Midnight Black". Die beiden Schwarztöne unterscheiden sich nur minimal. Bei beiden Farbvarianten hat OnePlus eine dünne Folie unter dem Glas eingearbeitet, um einen Tiefeneffekt zu erzeugen, wenn sich Licht und Schatten auf der Oberfläche des Smartphones bewegen. Eine spezielle Textur auf der Rückseite des Modells "Midnight Black" erzeugt zusätzlich bei Lichteinfall eine elegante S-förmige Linie. Später soll es das OnePlus 6 auch in limitierter Auflage auch in der Farbvariante "Silk White" zu kaufen geben. Hier verwendet der chinesische Hersteller Perlenpuder, um einen feinen Schimmer-Effekt zu erzeugen.

Hardware

Die Neuerungen in Sachen Hardware fallen dagegen erwartbar aus. Wie in den Vorjahren setzt OnePlus auf den aktuellen Top-Prozessor des US-Unternehmens Qualcomm. Wie im Sony Xperia XZ2 werkelt also auch im OnePlus 6 der Snapdragon 845. Ihm stehen wahlweise sechs oder acht Gigabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung. Das ist deutlich mehr als Smartphone-Nutzer derzeit brauchen, damit dürfte das Smartphone also auch für die nächsten Jahre gerüstet sein. Beim Gerätespeicher habt ihr die Wahl zwischen 64, 128 und jetzt neu auch 256 Gigabyte. Erweiterbar ist der Speicher weiterhin nicht.

Der zweite Slot auf dem SIM-Schlitten fast zwar keine microSD-Karte, dafür aber eine zweite Nano-SIM. Das Display ist wie bereits erwähnt 6,28 Zoll groß und löst in Full HD auf. Als Panel kommt ein AMOLED-Display zum Einsatz. Der Akku ist fest verbaut und bietet eine Kapazität von 3.330 Milliamperestunden.

Als Betriebssystem fungiert Android 8.1, ein Update auf Android P ist nicht nur angekündigt, ihr könnt das neue Google-OS bereits ausprobieren. Pünktlich zum Marktstart will OnePlus nämlich eine Beta-Version von Android P für das OnePlus 6 bereitstellen. Wie immer kommt auf dem Smartphone kein pures Android zum Einsatz, sondern eine angepasste Version namens Oxygen OS. Diese erweitert Googles Handy-OS auf dem OnePlus 6 um eine Gestensteuerung.

Kamera

Größere Neuerungen als bei der Hardware gibt es bei der Kamera. Hier setzt OnePlus auf eine Dual-Kamera für Foto- und Videoaufnahmen auf der Rückseite. Diese besteht erneut aus einem 16- und einem 20-Megapixel-Sensor. Anders als beim Vorgänger bieten beide aber deutlich größere Pixel. Die 16-Megapixel-Kamera verfügt zudem über einen optischen Bildstabilisator. Diese Maßnahmen versprechen bessere Bilder bei schwachen Lichtverhältnissen. Dies muss aber wie eingangs erwähnt in den nächsten Tagen im ausführlichen Testbericht überprüft werden. Die Frontkamera löst mit 16 Megapixeln auf.

Preis und Verfügbarkeit

Das OnePlus 6 kann ab sofort vorbestellt werden. Ab dem 22. Mai ist das Smartphone dann regulär im Online-Shop des Herstellers sowie über weitere Vertriebswege erhältlich. Im nachfolgend verlinkten Artikel haben wir euch alle Möglichkeiten das OnePlus 6 zu kaufen zusammengefasst.

Erhältlich ist das Smartphone zunächst in vier Varianten, zu einem späteren Zeitpunkt will der Hersteller eine weitere Version des Smartphones in den Handel bringen. Je nach Ausführung zahlt ihr zwischen 519 und 619 Euro für das OnePlus 6. Damit erhöht OnePlus im Vergleich zum Vorgänger die Preise. Die Erhöhung fällt mit 20 Euro aber moderat aus.

Der chinesische Hersteller bietet zudem ein Trade-in-Programm an. Bei diesem könnt ihr euer altes Smartphone für das OnePlus 6 in Zahlung geben und so beim Kauf noch einmal bis zu 280 Euro sparen. Die Preise für die einzelnen Varianten entnehmt ihr bitte der folgenden Tabelle:

netzwelt meint

Ein Preiskracher wie das Honor 10 ist das OnePlus 6 nicht. Allerdings ist das Smartphone noch immer deutlich günstiger als Galaxy S9, LG G7 und Co. Zudem dürft ihr euch auf ein schnelles Android P-Update freuen. Ob das OnePlus 6 neben Update-Politik und Preis noch weitere Vorteile zu bieten hat, klären wir in den nächsten Tagen.

Source :>https://www.msn.com/de-de/news/digital/oneplus-6-ausprobiert-neues-design-mehr-speicher-und-android-p/ar-AAxne3T<

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