Öffi App: Rätselraten Nach Rauswurf Aus Google Play Store

Mit der schlichten und wenig aussagekräftigen Begründung „Payment“ wurde der Programmierer Andreas Schildbach über den Rauswurf aus dem Google-Play-Store informiert. Da die App allerdings – im Gegensatz zu anderen Nahverkehrs-Apps – keinerlei Bezahl- oder Kauffunktionen enthält, geht die Community davon aus, dass es sich um einen Fehler seitens Google handeln muss. Auch hat der Programmierer zu keinem Zeitpunkt innerhalb einer finalen Version (die im Play-Store war) zu Spenden oder Zahlungen aufgerufen. Lediglich über seine Website bittet er um Spenden für das Projekt. Daran wolle er, so erklärt er auf einer Google+-Projektseite, auch nichts ändern.

Hausverbot für Öffi: Installation über Umwege weiterhin möglich

Bei der App Öffi handelt es sich um eine Anwendung, die auf Basis der Informationen verschiedener deutscher Verkehrsverbünde und Nahverkehrsunternehmen Abfahrtszeiten, Haltestellen und Netzpläne auflistet. Das Projekt ist bereits seit 2010 auf dem Markt und besonders bei Nutzern kleinerer Verkehrsunternehmen sehr beliebt, da es hier meist keine vernünftige Alternative gibt. Die App greift auch auf aktuelle Daten der Verkehrsbetriebe zurück, so dass sich Sperrungen oder Umbauarbeiten zeitnah abbilden lassen.

Sagt es weiter: In der App Öffi erfahren Nutzer von dem Hausverbot in Googles Play-Store. (Screenshot: t3n)

Die gute Nachricht für Nutzer der App: Wer die Anwendung auf seinem Gerät hat, kann sie auch weiterhin nutzen. Lediglich Neuinstallationen sind via Google-Play aktuell nicht möglich. Doch auch hier gibt es eine Notlösung: User können die App von der Website des Programmierers herunterladen und manuell installieren. Dazu muss allerdings die Installation von nicht im Play-Store befindlichen Apps erlaubt sein, was sich je nach Android-Version in den Einstellungen festlegen lässt. Alternativ kann man die Anwendung auch über den App-Store von Amazon beziehen.

Obwohl die App mehr als 5 Mio. Installationen aufweist – für eine rein auf deutsche Nutzer bezogene Anwendung ohne großes Werbebudget oder kommerzielle Absichten ist das extrem viel – kann der Programmierer Andreas Schildbach nur über die üblichen Formulare an Google herantreten. Dieser Fall zeigt einmal mehr die fast bedingungslose Abhängigkeit von Projekten gegenüber Plattformen wie Android, Apple oder Amazon.

UPDATE: Google hat inzwischen auf die Anfrage von Andreas Schildbach geantwortet: Demnach geht es tatsächlich um einen Spenden-Button, der aus einer von F-Droid installierten Version handelt, die in der in Google Play veröffentlichten Version aber gar nicht vorkommt und wohl auch nie vorkam. Außerdem legt Google noch nach mit einer neuen Beschuldigung: Der „direkt herunterladen“-Knopf in der Meldung über den Rauswurf in der App (siehe Screenshot) verstoße ebenfalls gegen Googles AGB. Doch der kam naturgemäß erst durch den Rauswurf aus dem Play Store zustande.

Möglicherweise ist hier bei Googles automatisierten Kontrollen etwas schief gelaufen. Doch gerade bei einer App dieser Größenordnung wäre es wünschenswert, wenn sich das Unternehmen nicht bloß auf derlei Automatismen verlassen würde. Eine solche Panne trägt nicht zum wachsenden Vertrauen der Community bei.

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